Das kleine ABC des Brunnens – Was Sie über den Bau eines Brunnen wissen sollten

Der Brunnen wird gebaut für Generationen – ob ökonomisch oder ökologisch motiviert: Es gibt viele gute Gründe, sich für den eigenen Brunnen zu entscheiden. So, wie auch die möglichen Einsatzbereiche variieren: Von der industriellen Nutzung, der landwirtschaftlichen Nutzung bis hin zur privaten Gartenbewässerung.

Wie wird ein Brunnen gespült? Was ist der Unterschied zwischen dem Bohr- und dem von uns verwendeten Spülverfahren zur Erstellung eines Brunnens? Das wesentliche Merkmal eines gespülten Brunnens ist darin zusehen, dass bei diesem Verfahren nicht mit einem mechanischen Bohrer in das Erdreich gebohrt wird, sondern mit Wasser. Mittels einer Schmutzwasserpumpe wird im Umwälzverfahren das Wasser angesaugt und in das Bohrloch gepumpt. Der verursachte Flurschaden ist gering, da ausschließlich Wasser zum Einsatz kommt und dieses nach ca. 24 Std. vollständig versickert ist. Auch kommen keine schweren Gerätschaften zum Einsatz, die tiefe Furchen auf Ihrem Grundstück hinterlassen. Somit ist dieses Verfahren auch ideal für einen kleinen Hintergarten ohne direkten Straßenzugang.


Was muss beim Brunnenbau beachtet werden? Beim Spülverfahren kommt zum Umwälzen des Wassers eine Hochleistungsbenzinpumpe zum Einsatz. Diese wälzt bis zu 1000 l/min um, welches aus einem separaten tiefergelegenem Ansaugbecken angesaugt werden. Für das Befüllen des Ansaugbeckens und des Schlauchsystems sind ca. 400 - 600 Liter Wasser notwendig, die über einen herkömmlichen Gartenschlauch aus dem Hauswassernetz oder einem bereits bestehenden Brunnen bereitzustellen sind. Je nach Beschaffenheit des Bodens kann es zu "Spülverlusten" kommen, so dass ggf. Wasser nachzufüllen ist.


Wie kann man feststellen, wann wasserführende Schichten erreicht sind? Die Bodenschichten sind ähnlich wie in einer Torte aufgebaut. Zwischen Sand- und Kiesschichten gibt es immer wieder Zwischenschichten von wasserstauendem Ton, Lehm oder Schluff. Auf diesen Schichten bildet das Grundwasser einen "unterirdischen See" aus. So kann es verschiedene Grundwasserstockwerke geben, in denen sich Grundwasser sammelt. Im Laufe der Zeit sickert das Wasser langsam durch die Ton- und Lehmschichten in das jeweils darunterliegende Grundwasserstockwerk. Diese gilt es aufzufinden und zu erreichen. Kleinere Tonschichten mit einer Stärke von ca. 0,5 Meter, können durchdrungen werden. Sofern diese Schichten dicker sind, muss an dieser Stelle abgebrochen werden. Es steht Ihnen frei, ohne Mehrkosten an einer zweiten Stelle eine zweite Spülung vornehmen zu lassen.


Wann rechnet sich ein Brunnen? Bei eine durchschnittlichem Entnahme von ca. 50 cbm Wasser aus dem Brunnen (5,- € / cbm) pro Jahr, amortisiert sich Ihr Brunnen bereits im dritten Jahr.
Mit welchen Folgekosten müssen Sie rechnen? Zum Fördern des Grundwassers benötigen Sie eine Pumpe. Es empfiehlt sich eine selbstansaugende Pumpe zu wählen, da diese das Rohrsystem selbstständig vakuumisiert und ein umständliches Befüllen des Systems mit Wasser somit entfällt. Je nach Wahl des Pumpentyps sind zusätzliche Kosten in Höhe von € 150 - 400 einzuplanen.


Wo finde ich Wasser? Brunnen können dort erstellt werden, wo sich der Grundwasserstand nicht mehr als 7 - 8 Meter unter der Erdoberfläche befindet. Herkömmliche Kreiselsaugpumpen können Wasser nicht aus mehr als 8 - 9 Meter Tiefe ansaugen. In der Region Hannover ist der Grundwasserstand in der Regel ausreichend für die Benutzung einer Kreiselsaugpumpe. Er liegt in der Regel in 2 - 6 Metern Tiefe. Um festzustellen, ob in Ihrer Gegend Grundwasser in ausreichender Menge existiert, können mehrere Wege eingeschlagen werden: Fragen Sie bei der örtlichen Behörde nach und erkundigen Sie sich dort nach Grundwasservorkommen. Dort können Sie dann auch gleich den geplanten Brunnen zur Anzeige bringen. Fragen Sie Nachbarn. Häufig sind in Ihrer direkten Nachbarschaft schon Brunnen im Einsatz. Erkundigen Sie sich nach der Tiefe des Brunnens. Auch die Firma Brunnen Koenig steht Ihnen mit fachkundigem Rat zur Seite. Oder sehen Sie direkt beim Niedersächchsische Landesamt für Bodenforschung nach.
Brauchen Sie eine Genehmigung für den Brunnen? Generell ist die Erstellung eines Brunnens, da Sie das Grundwasser berührt, anzeigepflichtig. Eine Genehmigung oder Erlaubnis für die Inbetriebnahme des Brunnens müssen Sie nicht einholen. Es besteht eine reine Anzeigepflicht. Die Behörde kann Ihnen oft sagen, in welcher Tiefe Grundwasser ansteht, welche Qualität es hat und wozu es verwendet werden kann.